“Es ist kein Baum, der nicht zuvor ein Sträuchlein gewesen.”
Great oaks from little acorns grow.

Das britische Schulsystem

Die zwei vorrangigen Schularten im Vereinigten Königreich sind die staatlich finanzierten Schulen und die kostenpflichtigen Schulen in freier Trägerschaft. Viele unabhängige Schulen – und auch einige staatlich finanzierte Schulen – bieten eine Internatsunterbringung für britische und internationale Schülerinnen und Schüler.

Vorbereitungsschulen und Sekundarschulen

Unabhängige Vorbereitungsschulen (Prep Schools) nehmen im Allgemeinen Kinder im Alter von 7 oder 8 Jahren bis zum Alter von 11 oder 13 Jahren auf, je nach Schule. Im Anschluss an die Prep Schools wechseln die Schülerinnen und Schüler in der Jahrgangsstufe 7 oder 9 auf die Sekundarschule, wiederum in Abhängigkeit von der jeweiligen Schule. Viele Privatschulen bieten sowohl auf der Vorbereitungs- als auch auf der Sekundarstufe Internatsunterbringung an, wobei die Schulen darauf achten, dass jede Schülerin und jeder Schüler, ungeachtet ihres Alters, ein warmherziges, komfortables und sicheres Umfeld vorfindet.

Der Lehrplan

Im Allgemeinen bieten britische Schulen für die letzten vier Schuljahre (Jahrgangsstufen 10 bis 13) bis zu vier verschiedene Lehrpläne an: das GCSE (General Certificate of Secondary Education – entspricht in etwa der Mittleren Reife), gefolgt vom A Level (Advanced Level – entspricht der fachgebundenen Hochschulreife), dem IB-Diplom (International Baccalaureate – entspricht der Allgemeinen Hochschulreife) oder seit Kurzem auch dem Pre-U. In Schottland haben sich viele Internatsschulen für die GCSEs und A Levels bzw. IB-Diplom entschieden, aber einige bieten nach wie vor die dem schottischen Schulsystem eigenen Scottish Nationals und Highers an.

Das GCSE

Britische Schülerinnen und Schüler bereiten sich über einen Zeitraum von zwei Jahren hinweg in 9 bis 10 Unterrichtsfächern auf die GCSE-Prüfungen vor. Im Allgemeinen beginnen sie damit im Alter von 14 Jahren, in der britischen Jahrgangsstufe 10. Für manche Gastschülerinnen und -schüler bedeuten die beliebten einjährigen Pre-IB- und GCSE-Kurse, die in der Jahrgangsstufe 11 für die etwa 15-Jährigen angeboten werden, einen idealen Einstieg in das britische Schulsystem.

Der A Level

Der A Level ist der traditionelle britische Schulabschluss. Normalerweise wird er in der Oberstufe (Jahrgangsstufen 12 und 13) in drei (oder vier) Fächern abgelegt und ist daher gut für Schülerinnen und Schüler geeignet, die in bestimmten Bereichen besonders leistungsstark sind. Die Fächer können frei gewählt werden – es besteht kein Zwang wie in Deutschland, eine Fremdsprache oder eine Naturwissenschaft zu belegen. Im Jahr 2015 wurde der A Level einer Restrukturierung unterzogen, die darauf ausgerichtet war, seinen akademischen Anspruch zu erhöhen. Infolgedessen verlagerte sich der Schwerpunkt der Leistungsbewertung von Modulen und Kursarbeiten auf Prüfungen am Ende des Kurses. Einige Schulen bieten neben den A Levels auch die sogenannten AS Levels (Advanced Subsidiary) an; diese wurden allerdings mittlerweile von den A Levels abgekoppelt und gelten als eigenständige Qualifikationen. Der A Level Abschluss befähigt dann (je nach Fächerkombination und Abschlussnote) zum Studium bestimmter Fachgebiete, entspricht also der fachgebundenen Hochschulreife.

Das IB-Diplom

Das IB-Diplom, ein international anerkannter Schulabschluss, erfreut sich an britischen Schulen seit einigen Jahren zunehmender Beliebtheit. Das liegt nicht zuletzt an dem breiten Lehrplan, der es Multitalenten ermöglicht, sich zu entfalten und sich gleichzeitig möglichst viele Optionen für ein späteres Universitätsstudium offenzuhalten. Über einen Zeitraum von zwei Jahren belegen die 16- bis 18-jährigen Schülerinnen und Schüler insgesamt sechs Fächer aus sechs unterschiedlichen Kategorien, drei davon als Leistungskurse und drei als Grundkurse, wobei alle Fächer gleich gewichtet werden. Kernpflichtfächer fördern kritisches Denken und die Fähigkeit, selbständig zu forschen und zu recherchieren, und unterstützen die persönliche und zwischenmenschliche Entwicklung. Das IB-Diplom entspricht der allgemeinen Hochschulreife, d.h. berechtigt bei entsprechendem Notenschnitt in Deutschland zum Studium aller Fächer.

Der Cambridge Pre-U Vorbereitungskurs

Der Pre-U wurde an der University of Cambridge entwickelt und im Jahre 2008 eingeführt. Er konzentriert sich auf Recherche, kritisches Denken, autonomes Lernen und selbständiges Forschen und gibt den Schülerinnen und Schülern damit Fähigkeiten an die Hand, die im späteren Universitätsstudium von unschätzbarem Wert sind. Die Schülerinnen und Schüler wählen aus etwa 25 angebotenen Fächern drei aus und werden darin nach zwei Jahren – im Alter von 18 – geprüft. Dadurch wird für Lehrer wie auch Schüler wertvolle Zeit frei, die bei modularen Programmen für regelmäßige Bewertungen benötigt wird. Der Pre-U ist in vollem Umfang mit den A Levels kompatibel und wird von allen Ivy League-Universitäten und den Universitäten der Russell-Gruppe als Qualifikation für das Studium anerkannt.

Das schottische Schulsystem

Sämtliche staatliche Schulen in Schottland sowie eine Reihe unserer Partnerschulen arbeiten nach dem schottischen Schulsystem mit den Abschlüssen Nationals und Highers. Im Normalfall legen die Schülerinnen und Schüler im Alter von 16 Jahren 6 bis 9 Nationals ab und ein Jahr später 3 bis 5 Highers. Es besteht keine Pflicht, danach noch weitere Qualifikationen zu absolvieren, aber die meisten Schülerinnen und Schüler, die ihre Chancen, an der Universität ihrer Wahl angenommen zu werden, maximieren wollen, entscheiden sich dennoch dafür, noch ein weiteres Jahr zur Schule zu gehen und mit 18 Jahren zwei bis drei Advanced Highers abzulegen.

Schulgebühren  

An den meisten privaten britischen Internatsschulen bewegen sich die Schulgebühren zwischen £ 6.500 und £ 13.000 pro Trimester (circa £ 20.000 bis £ 40.000 für das Schuljahr).

Wie der Bundesfinanzhof jetzt entschieden hat, sind 30% des Schulgelds für den Besuch eines englischen Internats steuerlich abziehbar.

Es gibt über 30 staatliche Internate im Vereinigten Königreich, deren jährliche Internatskosten im Allgemeinen deutlich darunter liegen – zwischen £ 11.000 und £ 16.000 pro Jahr – aber da diese Schulen äußerst gefragt sind, sind die Aufnahmebedingungen normalerweise recht anspruchsvoll. Im Moment ist der Besuch staatlicher Internatsschulen Schülerinnen und Schülern aus Großbritannien und der EU vorbehalten. 

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